Den Wandel begleiten

Über Den Wandel begleiten

Seit 60 Jahren ist die Begleitung des Wandels das Grundthema der REVAG –allerdings mit Variationen… In diesen Jahren hat REVAG bewiesen, dass sie fähig ist, Wandel zu begleiten und sich ihm mit geänderten Programmen anzupassen. Der Grundgedanke dabei war immer: Begleitung, Beratung und Unterstützung der Menschen beim Übergang in für sie neue soziale Systeme und/oder fremde Arbeitswelten. Geändert haben sich in den Jahren die Zielgruppen:

Kulturelle Bergmannsbetreuung:
Zunächst war es der Einzelne, der zum Bergbau an der Ruhr „Verp? ichtete”, der Neubergmann inmitten einer Nachkriegsgesellschaft, die mit sich selbst genug zu tun hatte und keine Zeit darauf verwenden konnte, die Probleme anderer zu lösen.

Migrationsarbeit:
Die Integration von ausländischen Bergbau-Mitarbeitern setzte neue Akzente. Und doch blieben die Aufgaben - zumindest in den ersten Jahren - vergleichbar denen der Gründerzeit: Auch die Ausländer lebten isoliert von der Bevölkerung und brachten dazu die Gewohnheiten anderer Kulturkreise ins Revier. Neue Arbeitsmuster ergaben sich, als den „Gastarbeitern” die Familien folgten. Die Familienmitglieder rückten in den Mittelpunkt z.B. der Sprachförderung.

Hilfen beim Übergang:
In den 80er Jahren waren es dann die sog. „Jungen Alten“, die dem Bergbau den Rücken kehren mussten. Damit verbundene Aktivitäten sind auch heute noch ein Hauptthema der REVAG. In „Abkehrsemiaren“ bereiten sich die Bergleute mit der Partnerin oder dem Partner auf die Lebenssituation ohne Berufstätigkeit vor.

Integration von Neubergleuten
„Dem Volksbildner, der seine Aufgabe aus Liebe und Verantwortung zum Mitmenschen her auffaßte, stand der Neubergmann in den Bergarbeiterwohnheimen am nächsten. In verlassenen, noch von Stacheldraht umzäunten Baracken hauste damals, als wir in Bottrop die Arbeit begannen, ein bunt zusammengewürfelter Menschenhaufen. Wollten wir uns um diese Männer kümmern, so hieß das erste Gebot, zu ihnen zu gehen, ihnen zuzuhören, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und uns eindringlichst ihre menschliche Lage klarzumachen.”

Mit diesen Worten beschreibt Dr. Paul Steigleder (Foto), der Leiter der Fachstelle für die kulturelle Betreuung der Bergarbeiter, 1949 rückblickend die Anfänge der Bergarbeiterbetreuung im Ruhrgebiet. Da der größte Teil des Wohnraums durch Bombenangriffe zerstört worden war, wurden die Neubergleute in Lagern und behelfsmäßigen Unterkünften einquartiert. Die oft unwürdigen Bedingen in den Bergarbeiterlagern, die nur wenige Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung boten, waren Ausgangspunkt der Bildungsarbeit der Fachstelle. Sie entwickelte sich zur „VHS des Bergbaus“ und ist als REVAG heute noch im Landesverband der Volkshochschulen vertreten. Die Fachstelle markiert den Beginn der Bergarbeiterbetreuung. Zunächst im Hinblick auf die Situation der Neubergleute eingerichtet, wurde die Bergmannsbetreuung bereits in den Anfangsjahren und verstärkt in den fünfziger Jahren auch auf Berglehrlingsheime („Bullenklöster“) ausgedehnt.

Über Kulturarbeit Bergbau

Nach wie vor verleiht der Bergbau dem Land zwischen Ruhr und Lippe seine unverwechselbare kulturelle Identität.

REVAG sieht ihre Hauptaufgabenstellungen im Bereich der Kulturarbeit Bergbau zum einen darin, die Erinnerung wach zu halten an die Zeiten, als der Bergbau mit seinen Arbeits- und Organisationsweisen das Leben der Menschen bestimmte. Zum anderen dient das Verständnis für die Vergangenheit und für in ihr entwickelte kulturelle Werte nicht nur der nostalgischen Betrachtung, sondern trägt zur Zukunftsgestaltung unter Einbeziehung der Erinnerungen und Werte bei.

Bergmannschöre im Ruhrgebiet
www.bergmannschoere.de

IGBCE
www.igbce.de

RAG
www.rag.de

Evonik
www.evonik.de

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